Polaroid 300 – einfach erklärt!

Die Polaroid 300 ist einzigartig in der Geschichte von Polaroid. Wir erklären warum sie oft mit einer anderen Kameras verwechselt wird, welche Filme für die Kamera geeignet sind und warum sie eigentlich keine echte Polaroid ist.

Die Polaroid PIC-300 ist eigentlich eine Instax

Gleich vorweg: wer unter Polaroid 300 eine Breitbild-Sofortbildkamera versteht, wird wahrscheinlich hier fündig: Instax Wide 300. Da der Markenname Polaroid oft als Synonym für Sofortbildkameras verwendet wird, herrscht hier Verwechslungsgefahr. Die „echte“ Polaroid PIC-300 hat eine ältere Geschichte. Als das Unternehmen Polaroid im Jahr 2008 ankündigte, keine Filme mehr für Sofortbildkameras zu produzieren, schien die Marke Polaroid am Ende. Während zu dieser Zeit das sogenannte Impossible Project dafür sorgte, dass Polaroid Fans weiterhin mit Filmen versorgt wurden, überraschte Polaroid im Jahr 2010 mit der Vorstellung der Polaroid PIC-300. Tatsächlich aber hatte die Kamera wenig mit klassischen Polaroid Kameras wie der 600 gemein. Das neue Design und vor allem das hochformatige Bildformat (3×2) sorgten nicht nur für Begeisterung.

Instax Mini 7S im neuen Gewand

Tatsächlich wurde die Polaroid 300 nicht von Polaroid selbst gefertigt. Es handelte sich um eine Instax Mini 7S, also ein Modell aus der Instax Kamera Serie des Konkurrenten Fujifilm. Der Vorgänger der beliebten Instax Mini 11 wurde einfach mit dem Polaroid Branding versehen.

Instax Mini 11 in Blau
Die Instax Mini 11 ist der offizielle Nachfolger der Mini 7S / Polaroid 300 © Fujifilm

Die Technik der Polaroid 300 bzw. Instax Mini 7S

Bis auf den Markennamen ist die Polaroid PIC-300 technisch ident mit der Instax Mini 7S. Eingeschaltet wird die Kamera über die ausziehbare Linse, ist sie eingerastet ist die Kamera einsatzbereit. Der Fokusbereich beträgt 0.6 Meter bis unendlich, der automatische Blitz feuert bei jeder Aufnahme und kann nicht deaktiviert werden. Im Gegensatz zur modernen Mini 11 muss der Belichtungsmodus bei der Polaroid 300 noch manuell eingestellt werden. Dafür verfügt die Kamera über 4 Modi:

  • Indoor / Dark (Sehr dunkel)
  • Cloudy / Shady (Wolkig, schattig)
  • Fine (Normale Lichtbedingungen)
  • Clear (Helles Tageslicht)

Eingestellt wird der jeweilige Modus über einen Drehschalter auf der Oberseite der Kamera. Der optische Sucher befindet sich ebenso wie der Auslöser auf der rechten Seite der Mini 7S. Die Bilder sind, typisch für die Mini Serie, farblich eher poppig und mit einer leichten Unschärfe versehen. Das macht allerdings den typischen Sofortbildkamera Charme aus. Ein klassisches Leiden der Instax Minis: bei schlechten Lichtverhältnissen wird der Hintergrund durch den Blitz etwas zu Dunkel (ein Makel der bei der Mini 11 endlich beseitigt wurde). Ein mechanisches Bildzählwerk informiert über die verbleibenden Bilder.

Polaroid 300 Film

Tatsächlich gibt es für die Polaroid 300 einen eigenen Film. Dieser unterscheidet sich allerdings in Wahrheit nicht vom Instax Mini Film, der in allen Sofortbildkameras der Mini Serie zum Einsatz kommt. Der Film hat das typische Hochformat, mit Rand misst das Foto 86 x 54 mm, das sichtbare Bild hat die Maße 62 x 46 mm. Aufgrund des meist niedrigeren Preises kann man bei der Polaroid 300 bedenkenlos auf Instax Mini Film zurückgreifen.

Technische Daten Polaroid 300 / Fujifilm Instax Mini 7S

  • Analoge Sofortbildkamera
  • Optischer Sucher
  • Batterien: 4 x AA 1.5 V
  • Film: Polaroid PIF300 oder Instax Mini Film
  • 4 einstellbare Belichtungsmodi
  • Fokus: 0.6 m – unendlich
  • Blitz: automatisch (feuert bei jedem Auslösen, nicht deaktivierbar)
  • Gewicht: ca. 320g
  • Maße: 119.5 x 121.5 x 70.5mm

FAZIT

In der Geschichte von Polaroid nimmt die Polaroid 300 einen speziellen Platz ein. Das liegt zum einen daran, dass die Kamera zu einem Zeitpunkt auf den Markt kam, als mit dem Impossible Project bereits das heutige Unternehmen Polaroid aktiv war. Zum anderen ist es gerade heute kurios, dass eine Fujifilm Instax Mini unter dem Namen Polaroid verkauft wurde. Als Sofortbildkamera ist die Polaroid 300 auch heute noch bei vielen Besitzern im Einsatz. Abgesehen von den etwas dunklen Hintergründen bei schlechtem Licht, sind die Bilder ausgezeichnet und das Fotografieren ist mit der Kamera Instax-typisch sehr einfach.
Als Neuanschaffung sollte man allerdings eher zur Instax Mini 11 greifen, für Polaroid Enthusiasten empfiehlt sich Polaroid’s aktuelles Modell, die Polaroid Now.

FAQs

Sofern erhältlich gibt es einen original Film: PIF300 von Polaroid. Die Kamera kann allerdings auch ohne Probleme mit dem günstigeren Instax Mini Film bestückt werden.
Rot blinkendes LED bedeutet entweder der Blitz wird geladen, oder die Batterien sind zu wechseln.
Eine englischsprachige Anleitung findet sich unter diesem Link: https://www.libble.de/polaroid-polaroid-300-instant-camera/p/440660/
Die Polaroid 300 ist nur mehr gebraucht erhältlich. Die Instax Mini 9 hingegen wurde von der Instax Mini 11 abgelöst. Da die Mini 11 der Nachfolger beider Kameras ist, und dazu noch äußerst erschwinglich, gilt hier eine klar Kaufempfehlung für die 11.
Hier treffen unterschiedliche Philosophien aufeinander. Die 300 ist eigentlich eine Instax. Die 600er Modelle sind als gebrauchte „refurbished“ Modelle erhältlich. Hier gibts mehr Infos über den Unterschied zwischen Instax und Polaroid.

VIDEO: die Polaroid 300 kurz vorgestellt (englisch)

Review of the Polaroid 300 Instant Film Camera
sofortbildkamera.org