Das Design der Kodak Printomatic Sofortbildkamera weiß zu überzeugen, aber wie sieht es mit dem Rest aus? Kann die günstige Hybridkamera als Mischung aus Sofortbildkamera und Digitalkamera mit der starken Konkurrenz mithalten? Wie prüfen die Details!

In Kürze:
- Hybridkamera
- Bilder: Zink Fotopapier
- MicroSD Slot
- Integrierter Lithium Ionen Akku
- Schwarz-Weiß bzw. Farbmodus
- Bildformat: 2 x 3
- Preis pro Bild: ca. 70 Cent
Schnell, spaßig und leicht zu bedienen
So zumindest das Versprechen des Herstellers Kodak. Und der hat eine bewegte Vergangenheit im Bereich der Sofortbildkameras. Schon in den Siebziger Jahren hat Kodak sehr erfolgreich Instant Cameras vertrieben. Erst ein Patentstreit mit dem Platzhirschen Polaroid bedeutete das Ende der Kodak Sofortbildkamera. Nun tritt die Printomatic dieses Erbe an.

Digitale Sofortbildkamera – die Hybridkamera
Die Kodak Printomatic zählt zur Familie sogenannter Hybridkameras. Das bedeutet, dass man mit der Kamera nicht nur analoge Einmal-Abzüge schießen kann, die Bilder bleiben außerdem in digitaler Form erhalten. Das ist grundsätzlich ein Vorteil, denn gelungene Aufnahmen können beliebig weitergegeben werden und sind „für immer“ abrufbar. Allerdings geht damit auch ein wenig der Charme einer klassischen Sofortbildkamera wie der Polaroid Now oder der neuen Instax Mini 11 verloren, wo das Sofortbild ein echtes Unikat darstellt. Die Printomatic ist also eigentlich eine Digitalkamera mit Bildausdruck.
Die Technik der Kodak Printomatic
Die Kodak Printomatic verfügt über einen 10 Megapixel Sensor mit dem Digitalfotos angefertigt werden. Gleichzeitig wird bei der Aufnahme das Bild ausgedruckt. Das geschieht nicht im gewohnten Polaroid Bildformat. Denn hier kommt sogenanntes Zink Fotopapier zum Einsatz. Das Papier hat im Gegensatz zu den klassischen Sofortbildern keinen weißen Rahmen, verfügt auf der Rückseite über eine Klebefläche, und hat das ungewöhnliche Format 2×3. Ausladende Landschaftsaufnahmen sind so eher schwierig, stattdessen festigt das Format den Ruf der Kamera als „Point-and-Shoot“ Schnappschusskamera. Hier geht es nicht um große Kunst, sondern um schnelle und einfache Spaßfotos. Auf ein Display wurde bei der Printomatic gänzlich verzichtet. So fotografiert man, ganz Oldschool, über einen optischen Sucher.
Bildqualität

Das spiegelt sich auch in der Bildqualität wider. Es kann schon passieren, das Details etwas verwaschen wirken, die Farben können im Vergleich zum aufgenommenen Foto etwas abweichen. Auch bewegte Objekte sind nicht gerade die Stärke der Printomatic, die Verschlusszeit ist für diese Art der Fotografie einfach zu langsam. Aufgrund des fehlenden Makromodus sollte stets ein Abstand von mindestens einem Meter zum Motiv eingehalten. Anspruchsvolle Profifotografen sollten sich den Kauf gut überlegen. Wer hingegen auf der Suche nach einer einfach zu bedienenden Hybridkamera für Schnappschüsse ist, für den ist die Bildqualität allemal ausreichend. Zudem sind Zink Fotopapier Bilder äußerst robust, wasserfest und eignen sich gut als Giveaway. Hinweis: das erste Bild jedes Zink-Films ist blau, und dient zur Kalibrierung.
Aufnahmemodi
Um den simplen Charakter der Kamera zu unterstreichen, verfügt die Kodak Printomatic nur über zwei Aufnahmemodi. Farbe und schwarz-weiß. Vor allem letzterer Modus ist ein cooles Feature, denn die schwarz-weiß Bilder haben einen eigenen Touch. Manche Tester bemängeln hier allerdings einen fehlenden Kontrast zwischen den Modi. Gewechselt wird zwischen den Modi über einen Schieberegler neben dem Auslöseknopf. Wer auf eine Größe Anzahl von Aufnahmemodi Wert legt, muss zu teureren Alternativen wie z.B. der Leica Sofort greifen.
Automatik ist König
Bis auf die beiden Aufnahmemodi ist fast alles an der Printomatic Sofortbildkamera automatisch. Das mag technisch versierte Benutzer frustrieren, für Laien auf der Suche nach einer Schnappschuss-Kamera ist das allerdings ein Vorteil. Die Kamera stellt den Fokus automatisch ein. Auch der Blitz schaltet sich von selbst zu, sobald der Sensor es für nötig erachtet. Eine Möglichkeit ihn zu deaktivieren hat man nicht. Im Gegensatz zu Konkurrenzmodellen wie der Instax Mini Liplay ist auch ein Bearbeiten der Bilder vor dem Druck nicht möglich. Schicke Filter oder Rahmen für die gedruckten Bilder sucht man hier vergebens.
Wichtig: auch der Druck der Fotos ist automatisch. Das bedeutet: solange sich ein Film in der Sofortbildkamera befindet, wird beim Auslösen gedruckt. Eine Möglichkeit das Drucken zu verhindern gibt es nicht. Vom Auslösen zum fertigen Bild vergehen übrigens ca. 45 Sekunden. In dieser zeit besteht die Möglichkeit, weitere Digitalbilder aufzunehmen, die in dieser Zeit nicht ausgedruckt werden.
Sonstiges
Zusätzlich zum internen Speicher gibt es bei der Kodak Printomatic einen MicroSD Karten-Slot an der Unterseite (bis 32GB). Dementsprechend braucht man sich über Speicherplatz, eine große SD-Karte vorausgesetzt, keine Sorgen machen. Via USB kann die Kamera geladen bzw. für den Fototransfer an den PC angeschlossen werden. Der fest verbaute Lithium-Ionen-Akku reicht für den Druck von ca. 20 Aufnahmen, wobei maximal 10 Blatt Fotopapier auf einmal in der Kamera Platz finden. Ab 10% Akkuleistung kann nicht mehr gedruckt werden, bei 2% wird die Kamera automatisch abgeschaltet.
Über drei LEDs an der Rückseite der Kamera bekommt man Auskunft über Batterie Ladestand, laufenden Druckvorgang und Speicherplatz. Einen Selbstauslöser sucht man leider vergebens. Auch hier wird der Minimalismus dieser Sofortbildkamera deutlich. Auch auf ein Stativgewinde wurde verzichtet. Als mobiler Fotodrucker kann die Printomatic im Gegensatz zur Liplay nicht verwendet werden. Gedruckt werden können ausschließlich direkt aufgenommene Bilder.
Das Design
Wie immer ist das Design zu einem großen Teil Geschmackssache. Allerdings passt das reduzierte Äußere gut zum Charakter der Kamera. Der zweifarbige Look erinnert an die Sechziger Jahre, dank der weichen Kanten liegt die Kamera gut in der Hand. Durch die kompakten Maße und dem vergleichsweise geringen Gewicht, ist die Printomatic im Gegensatz zu großen Modellen wie der Fujifilm Mini 9, aus der beliebten Instax Modellreihe, auch als ständiger Begleiter geeignet. Erhältlich sind die Farben Schwarz, Gelb, Grau, Blau oder Pink.

Technische Daten
- Hybridkamera
- Bildsensor: 10 Megapixel
- Linse: Weitwinkel 8 mm
- Blende: f/2
- MicroSD Slot bis 32 GB
- Fest verbauter Lithium Ionen Akku (bis 20 Drucke)
- Laden/Übertragen via USB
- Gewicht: ca. 300g
- Maße: 2,5 x 12,2 x 7,9 Zentimeter
- Film: Zink Fotopapier
- Bildmodi: Schwarz/Weiß und Farbe
Quelle: https://www.kodakphotoplus.com/products/printomatic
Hier gehts zur Bedienungsanleitung
für die Kodak Printomatic.
Kodak Printomatic Tipps & Tricks
Als Zubehör kann man der Printomatic eine Objektiv-Abdeckung spendieren. Der Clou: schaltet man die Kamera ein, verhindert die Abdeckung ein aus Versehen aufgenommenes Foto (Tipp: der Auslöser der Kamera ist sehr empfindlich). Denn die Kamera interpretiert die Abdeckung als zu dunkle Lichtverhältnisse für ein Foto. Zudem bietet der Ring der Abdeckung die Möglichkeit Filter über der Linse anzubringen.
Doppelbelichtung
Obwohl vom Hersteller nicht vorgesehen, besteht auch bei der Kodak Printomatic Sofortbildkamera die Möglichkeit der Doppelbelichtung. Dabei wird ein Bild quasi zweimal belichtet, so können zwei unterschiedliche Motive miteinander verschmolzen werden. In der Praxis funktioniert das, indem man ein bereits ausgedrucktes Foto erneut als oberstes Blatt in die Kamera einlegt. Das Bild wird dann tatsächlich doppelt belichtet. Der Kreativität sind so keine Grenzen gesetzt!

FAZIT
Vom Preis her ist die Kodak Printomatic eine Sofortbildkamera für Einsteiger. Als Hybridkamera bietet sie zudem den Vorteil, dass aufgenommene Bilder nicht „verloren“ gehen. Somit ist schnell klar welche Käufer die Kamera ansprechen soll. Wer auf der Suche nach einer extrem einfach zu bedienenden Point-and-Shoot Kamera ist, wird hier fündig. Keine verwirrenden Modi, keine Blitz-Einstellungen, keine Fotodrucker Funktionalität. Alles an der Kamera ist auf einfachen, alltagstauglichen Gebrauch ausgelegt. Dass dabei ein bisschen (Bild-)Qualität auf der Strecke bleibt, ist bei dem günstigen Preis verschmerzbar. Klar bieten Konkurrenzmodelle wie die Canon Zoemini S oder die Fujifilm Instax Mini Liplay mehr Funktionen, dafür muss man allerdings auch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen.