Sie ist da: die Instax Mini 11 von Fujifilm. Der Nachfolger der beliebten Instax Mini 9 tritt in ziemlich große Fußstapfen. Mit welchen neuen Features die Mini 11 auftrumpfen will und für wen die knuffige Sofortbildkamera geeignet ist, klären wir hier!

In Kürze:
- Neuestes Modell der Instax Mini Reihe
- Bildgröße/Format: 62 x 46 mm / ca. 3:2
- Film: Instax Mini
- Automatische Belichtung
- Neuer Selfie-/Closeup-Modus
- Batterien: 2 x AA
- Personalisierbarer Auslöser
- Preis: ca. 80 Euro
Instax Mini 11
Die Instax Mini 9 gehört zu Recht zu den beliebtesten Sofortbildkameras am Markt. Viel Qualität zu einem fast konkurrenzlosen Preis. Mit der Instax Mini 11 möchte Fujifilm diese Vormachtstellung der Instax Modelle noch ausbauen, und, Spoiler-Warnung, das gelingt auch tatsächlich!

Instax Mini 11 und Instax Mini 9: die Unterschiede
Die Instax Mini 11 ist mit ihrer Vorgängerin in vielen Bereichen ident. So erinnert das knuffige Design sofort an die 9. Der Unterschied liegt in der Größe. So wurde die 11 deutlich verschlankt, was sie leichter zu transportieren macht. Auch wirkt sie dadurch nicht mehr so klobig, ein gelungenes Facelift. Im Vergleich mit anderen Kameras dieser Klasse ist das Design allerdings weiterhin mehr verspielt als seriös.
Die Instax Mini 11 im Test
Belichtungseinstellung
Bei der Instax Mini 9 informiert ein LED über den gerade passenden Modus für die Belichtungseinstellung. Dafür prüfte ein Sensor die Umgebungs-Helligkeit und entschied sich für eine Verschlusszeit. Der Modus selbst musste allerdings manuell eingestellt werden. Die Instax Mini 11 verfügt nun über eine vollautomatische Belichtungseinstellung. Je nach Lichtverhältnissen entscheidet die Kamera selbst über die Verschlusszeit. Außerdem verfügt die Neue nun über eine Verschlusszeit von 1/2 bis 1/250 Sek.
Das Ende für dunklen Hintergrund
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen der 11 und der 9 liegt in der Ausleuchtung von Hintergründen in geschlossenen Räumen. Eine deutliche Schwäche der Instax Mini 9 ist, dass der Hintergrund oft viel zu dunkel gerät. Bisweilen ist kaum anderes als schwarz zu erkennen. Das macht die 11 deutlich besser. Der leistungsstärkere Blitz passt nun die Verschlusszeit an – das Resultat kann sich sehen lassen. Bei Bildern in geschlossenen Räumen ist nun auch der Hintergrund gut zu erkennen. Das verleiht den Bildern mehr Tiefe, und sie wirken insgesamt lebendiger.

Aufnahmen bei Tag
Auch bei Aufnahmen im Freien bei helleren Lichtverhältnissen ist dank der automatischen Verschlusszeiten nun eine merkliche Qualitätssteigerung zu erkennen. Überbelichtungen sind seltener, die Bilder nun deutlich kontrastreicher.
Selfie-Modus und Nahaufnahme

Für Nahaufnahmen musste man bei der 9 noch eine aufsteckbare Close-Up-Linse zur Hand nehmen. Diese war leicht zu verlieren und in der Praxis kam sie doch eher selten zur Anwendung. Die neue Fujifilm löst dieses Problem wesentlich cleverer. Für Selfies oder Nahaufnahmen zieht man einfach den vorderen Teil der Linse etwa einen halben Zentimeter heraus, schon ist die Sofortbildkamera bereit für Aufnahmen im Nahbereich. Ideal ist hier ein Abstand von ca. 30 – 50 cm. Auch die 11 verfügt natürlich über einen Selfiespiegel am Objektiv.
Tipp: Bei Nahaufnahmen und Selfies kommt es zu einer leichten Abweichung zwischen dem Bild im Sucher und dem tatsächlichen Foto. Daher sollte hier ein Punkt etwas rechts vom Motiv gewählt werden.
Bedienung und Features der Fujifilm Mini 11
Film
Die Mini 11 setzt nach wie vor auf das schmale Instax Mini Format. Diese Bilder sind in etwa im Format 3:2, der sichtbare Teil des Bildes (ohne Rand) misst dabei 62 x 46 mm. Wer auf das klassische quadratische Format Wert legt, muss hier z. B. zur Instax Square SQ6 oder zur neuen Polaroid NOW Plus greifen (spannendes Breitformat bietet die Instax Wide 300).
Das Einlegen des Films ist kinderleicht, die gelbe Markierung der Kartusche kommt auf die gelbe Markierung der Kamera. Über ein Minifenster auf der Rückseite der Kamera kann man über diesen gelben Streifen schnell erkennen, ob ein Film eingelegt ist. Bei eingelegtem Film zeigt ein „S“ am Bildzähler an, dass der Film herausgenommen werden kann. Generell verfügt die 11 im Vergleich zu anderen Kameras über eine sehr einfache Handhabung.
Hinweis für Anfänger: Bei einem neuen Film muss einmalig der Auslöser gedrückt werden, anschließend kommt das Schutzblatt des Films aus dem Fotoauswurf.
Vom Auslösen bis zum fertigen Foto benötigt die neue Fujifilm in etwa 90 Sekunden. Schütteln und Wedeln des Fotos ist übrigens unnötig oder gar schädlich.

Sonstige Features
- Batterien: Benötigt werden zwei AA-Batterien, ein eingebauter Akku ist nicht vorhanden.
- Die Batterien reichen ca. für 100 Fotos.
- Blitz: Der Blitz der Mini 11 feuert automatisch, ein manuelles Deaktivieren ist nicht möglich.
- Optischer Sucher: Ein Display ist bei der 11 nicht vorhanden.
- Power On: Ein Knopf neben dem Objektiv fährt dieses aus und schaltet die Kamera ein.
- Power Off: Die Kamera schaltet sich nach 5 Minuten automatisch aus.
- Inkl. abnehmbarer Handschlaufe
- Farben: Blush Pink, Sky Blue, Charcoal Gray, Ice White, Lilac Purple
Ebenfalls neu: Der Auslöser ist nun austauschbar. So liegt jeder Kamera im Lieferumfang neben dem farblich passenden Tragegurt nun ein Auslöser zum Tauschen bei. Man hat die Wahl zwischen einem etwas sehr verspielten „Jewel“-Auslöser und einer selbstleuchtenden Variante. Während ersterer ein nettes Gimmick darstellt, kann der leuchtende Knopf bei Selfies im Dunklen durchaus praktisch sein. Die praktische Tragetasche gibt’s bei der 11 übrigens leider nur als separates Zubehör.

Und was ist mit der Instax Mini 10?
Warum heißt der Nachfolger der Instax Mini 9 eigentlich nicht Instax Mini 10? Der Grund ist, dass Fujifilm bereits ein heute vergessenes Modell unter dem Namen Instax Mini 10 vertrieben hat. Die Mini 10 stammt buchstäblich aus dem vorigen Jahrhundert, genauer gesagt aus dem Jahr 1998. Heute ist die Kamera nur mehr in Second-Hand-Läden zu finden.
Technische Daten
- Film: Instax Mini
- Bildgröße: 62 x 46 mm
- Zwei-Komponenten-Linse: f = 60 mm
- Gewicht: 293 g (ohne Film, Gurt und Batterien)
- Maße: 107.6 x 121.2 x 67.3 mm
- Optischer Sucher mit Zielpunkt
- Distanz Nahaufnahmen: 0.3 – 0.5 m
- Verschlusszeiten: 1/2 bis 1/250 Sek.
- Blitz: automatisch
- Batterien: 2 x AA (1.5V)
- Entwicklungszeit: ca. 90 Sek.
Hier geht’s direkt zur Instax Mini 11 Bedienungsanleitung.
FAZIT
Es gibt eine neue Königin in der Budget-Klasse. Für den Preis von aktuell nicht einmal 80 Euro wird es schwer, eine bessere Sofortbildkamera zu finden. Dabei richtet sich die Fujifilm Instax Mini 11 ganz klar an ein Point-and-Shoot Publikum. Keine komplizierten Modi, keine Einstellungen, einfach einschalten und los-schießen. Die einfache Handhabung ist ein echtes Plus. Dank automatischer Verschlusszeit-Anpassung werden nun auch Fotos in dunkleren Umgebungen anständig ausgeleuchtet, Selfies mit hellen Gesichtern aber stockdunklem Hintergrund sollten der Vergangenheit angehören. Wie schon die Mini 9 ist auch die Mini 11 ein echter Preis-Leistungs-Sieger. Tip: wenn das Budget doch ein bisschen höher ausfallen darf, lohnt auch ein Blick auf die Instax Mini 90 Neo Classic! Fans des quadratischen Bildformats werden bei Polaroid fündig.
Instax Mini 11 Zubehör
Natürlich gibt es auch für die Mini 11 eine große Auswahl an praktischem Zubehör. Das Angebot reicht dabei von farblich abgestimmten Tragetaschen, über Fotoalben im passenden Format bis zum Komplettpaket inklusive Rahmen, Schultergurt und Farbfiltern. Die Ausgaben dafür halten sich in Grenzen, und gerade eine Tragetasche kann sich äußerst positiv auf die Lebensdauer der Kamera auswirken.