Gibt es Einweg Sofortbildkameras? Oder eine Polaroid Einwegkamera? Wir haben leider schlechte Nachrichten: so etwas wie eine Wegwerf Sofortbildkamera gibt es nicht (mehr).
Die Täuschung mit der Einweg Sofortbildkamera

Betrachtet man die Suchvorschläge bei Google wird schnell klar: Eine große Zahl an Menschen sucht täglich nach Begriffen wie „Polaroid Einwegkamera“ oder „Einweg Sofortbildkamera“. Und windige Webseiten-Betreiber nutzen diesen Bedarf aus und optimieren sogenannte Landingpages auf diese Google-Suchbegriffe. Der Clou: Auf diesen Seiten werden dann sogenannte „Einwegkameras“ z.B. von Fujifilm (auch Wegwerfkameras genannt) zum Kauf angeboten. Diese Kameras haben allerdings nichts mit einer Sofortbildkamera zu tun!
Warum es keine Einweg Polaroid Kameras gibt!
Im Gegensatz zur Technik eines klassischen Fotoapparats bzw. einer echten Einwegkamera sind Sofortbildkameras wesentlich komplexer aufgebaut. Und dementsprechend auch teurer in der Herstellung. Eine Variante für den einmaligen Gebrauch wie das bei Wegwerfkameras der Fall ist, ist somit schlicht unrentabel. Diese Geräte würden im Anschaffungspreis in keiner Relation zu ihrem Nutzen stehen.
Wer also in den Genuss einer Polaroid-Kamera kommen will, wird um den Kauf einer „echten“ Sofortbildkamera nicht umhin kommen. Einsteiger-Kameras wie den Preis-Leistungssieger Instax Mini 11 aus der beliebten Instax Kamera Serie gibt es bereits ab ca. 70 Euro. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, Geräte für Hochzeiten oder Geburtstage zu vernünftigen Preisen zu leihen. Für den einmaligen Gebrauch bleibt ansonsten nur der Griff zur „echten“ Wegwerfkamera.
Verstehen, was eine Sofortbildkamera ausmacht

Die Suchanfragen bei Google zum Thema Einweg Sofortbildkamera verdeutlichen, dass für viele der Unterschied zwischen einer echten Sofortbildkamera und Wegwerfkameras nicht klar ist. Bei einer Polaroid wird das aufgenommene Foto direkt nach der Aufnahme aus der Kamera ausgegeben. Dafür befindet sich ein Film in der Kamera, der die nötigen Fotopapiere zur Verfügung stellt. Bei klassischen Kameras wie der Polaroid Onestep 2 sind die für die Entwicklung des Fotos erforderlichen Chemikalien dabei im Papier enthalten. Kameras wie die Canon Zoemini S setzen hingegen auf sogenanntes Zink Fotopapier, bei dem das Bild über am Papier aufgebrachte Kristalle entwickelt wird. Allen diesen Kameras ist aber eines gemein: Man hält unmittelbar nach dem Schießen des Fotos das fertige Bild in der Hand. Bei einer Einwegkamera ist dies nicht möglich.
An dieser Stelle sei also festgehalten:
Einweg Sofortbildkameras, Einweg Polaroidkameras oder Wegwerf Sofortbildkameras gibt es nicht!
Seiten, die mit diesen Begriffen werben, sind unseriös und sollten gemieden werden.
Polaroid PopShots

Tatsächlich gab es früher Wegwerfkameras der Marke Polaroid. Diese hatten allerdings nichts mit Sofortbildkameras gemein. Es handelte es sich dabei um reguläre Einmalkameras ohne sofortigen Bildauswurf. Die Bilder mussten wie früher üblich, nachträglich entwickelt werden. Eine einsame Ausnahme in der Geschichte bildet ein Modell namens Polaroid Pop Shots: diese „Wegwerf Sofortbildkamera“ war in den 90ern für eine kurze Zeit am (amerikanischen) Markt erhältlich, und war für den Einmalgebrauch gedacht. Aufgrund des hohen Materialaufwands, war die Kamera mit einem Rücksende-Umschlag versehen, sie sollte so einem kosten-effizienteren Recycling zugeführt werden.
Heute vertreibt die Marke Polaroid Originals ausschließlich Produkte rund um das Thema Sofortbildfotografie.
Für Fans von echten Sofortbildkameras gibt’s hier eine Übersicht der beliebtesten Modelle.